Kleine Wattkunde Teil 1: Nach den „Glorreichen Sieben“ , den „Fab Four“, den „Big Five“ und der „Flying Pizza“ erleben wir jetzt die Geburtsstunde einer weiteren unschlagbaren Truppe:
Fliegende Fäuste mögen einem da in den Sinn kommen oder eine, trotz fünffacher Belegung, fliegende Pizza. Beides ist, nimmt man es zu sich, gleicher- und bekanntermaßen schlecht verdaulich, meint der Wattwurm. Bernsen aber hat nicht locker gelassen und sich schlau gemacht. Die unglaubliche Lösung hinter der vermuteten Zirkusnummer: bei den Flying Five handelt es sich um Alpenstrandläufer, Brandgans, Austernfischer, Silbermöwe und Ringelgans. Kormoran und Haubenlerche wird es freuen.
Aber: Keine Flugschau ohne Bodenpersonal. Deshalb demnächst hier Teil zwei unserer kleinen Wattkunde: die „Small Five“ des Watts. Dabei soll es sich Gerüchten nach um Herzmuschel, Strandkrabbe, Wattschnecke, Nordseekrabbe und natürlich den Wattwurm handeln.
Wenn ich mir aber diese Fives so ansehe, dann bin ich gespannt, wie sich das Verhältnis der Protagonisten entwickelt. Ich würde mal sagen: Kampf der Wattgiganten. Im Showdown treten die Flying Five an gegen die Small Five. Als Schiedsrichter präsentiert sich ein frisch eingetroffener Seeadler. Ein ungleicher Kampf, sollte man meinen ...
Watt’n Schauspiel
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Sonntag, 8. September 2013
Samstag, 7. September 2013
Gefiederte Freunde des Watts I
Heute: Gallus gallus domesticus, das Haushuhn.
Damals, als der Hahn in ländlicher Idylle allmorgendlich beim ersten Sonnenstrahl auf den Misthaufen kletterte und krähte, wusste nicht nur der noch sehr junge Bernsen, es ist Zeit. Raus aus dem Bett, rein in die Stiefel, in der Küche duftete es bereits nach Kaffee und lediglich der Vater wälzte sich und hoffte wie jeden Morgen auf Erbarmen, bevor auch er dem Drängen des Hahns nachgeben musste und sich aus dem Bett rollte. Im Stall stiegen unterdessen die Hühner von der Stange, lamentierten wie immer lauthals und durcheinander, dennoch bereit, ihr tägliches Ei zu legen; selbst der ansonsten faule Kater machte sich auf, nach geeigneter Beute Ausschau zu halten - was ihm, das nur nebenbei, zur Freude und Erleichterung von Familie Feldmaus, nur selten gelang. Wenn einem also ein derartiger Einfluss zugeschrieben wird, wie in diesem Fall dem Hahn, dann kann man verstehen, das dieses Federvieh landauf landab zum stolzieren neigt. Aber wie das so oft ist: der Erfolg lässt einen mit der Zeit übermütig werden, und dann neigt auch das Federtier zur Übertreibung und kräht mehr als nötig. In der Folge kann es dann schon mal passieren, dass sich so ein Gallus gallus domesticus eines Sonntags in gebratenem Zustand oder in der Suppe wiederfindet und somit, verzeih mir die Plattheit, kein Hahn mehr nach ihm kräht.
Aber die Zeiten ändern sich. Der letzte freie Hahn ist längst zwangseingewiesen, das Krähen abgelöst vom Kläffen des Hundes, vorzugsweise in der Nachbarschaft, vorzugsweise Terrier. Nur scheint der Hund, inklusive Terrier, im Gegensatz zum längst in Vergessenheit geratenen Hahn, bedauerlicherweise keinerlei Zeitgefühl zu haben, kläfft also Nacht wie Tag und vor allem, aus für den um den Schlaf gebrachten, meist unerfindlichen Gründen, stundenlang, rhythmisch, ausdauernd, ohne eine Spur von Müdigkeit zu zeigen. Übrigens eine Lehrstunde für jeden ambitionierten Sänger. Herrchen wie Frauchen bemühen sich dabei nach Kräften, ihrer selbsternannten Verniedlichung auch in Sachen Hundeerziehung alle Ehre zu machen, stopfen sich Petersilie in die Ohren und wünschen eine geruhsame Nacht.
Im Watt dagegen herrscht Ruhe. Watt’n Glück.
Damals, als der Hahn in ländlicher Idylle allmorgendlich beim ersten Sonnenstrahl auf den Misthaufen kletterte und krähte, wusste nicht nur der noch sehr junge Bernsen, es ist Zeit. Raus aus dem Bett, rein in die Stiefel, in der Küche duftete es bereits nach Kaffee und lediglich der Vater wälzte sich und hoffte wie jeden Morgen auf Erbarmen, bevor auch er dem Drängen des Hahns nachgeben musste und sich aus dem Bett rollte. Im Stall stiegen unterdessen die Hühner von der Stange, lamentierten wie immer lauthals und durcheinander, dennoch bereit, ihr tägliches Ei zu legen; selbst der ansonsten faule Kater machte sich auf, nach geeigneter Beute Ausschau zu halten - was ihm, das nur nebenbei, zur Freude und Erleichterung von Familie Feldmaus, nur selten gelang. Wenn einem also ein derartiger Einfluss zugeschrieben wird, wie in diesem Fall dem Hahn, dann kann man verstehen, das dieses Federvieh landauf landab zum stolzieren neigt. Aber wie das so oft ist: der Erfolg lässt einen mit der Zeit übermütig werden, und dann neigt auch das Federtier zur Übertreibung und kräht mehr als nötig. In der Folge kann es dann schon mal passieren, dass sich so ein Gallus gallus domesticus eines Sonntags in gebratenem Zustand oder in der Suppe wiederfindet und somit, verzeih mir die Plattheit, kein Hahn mehr nach ihm kräht.
Aber die Zeiten ändern sich. Der letzte freie Hahn ist längst zwangseingewiesen, das Krähen abgelöst vom Kläffen des Hundes, vorzugsweise in der Nachbarschaft, vorzugsweise Terrier. Nur scheint der Hund, inklusive Terrier, im Gegensatz zum längst in Vergessenheit geratenen Hahn, bedauerlicherweise keinerlei Zeitgefühl zu haben, kläfft also Nacht wie Tag und vor allem, aus für den um den Schlaf gebrachten, meist unerfindlichen Gründen, stundenlang, rhythmisch, ausdauernd, ohne eine Spur von Müdigkeit zu zeigen. Übrigens eine Lehrstunde für jeden ambitionierten Sänger. Herrchen wie Frauchen bemühen sich dabei nach Kräften, ihrer selbsternannten Verniedlichung auch in Sachen Hundeerziehung alle Ehre zu machen, stopfen sich Petersilie in die Ohren und wünschen eine geruhsame Nacht.
Im Watt dagegen herrscht Ruhe. Watt’n Glück.
Montag, 2. November 2009
Haubenlerche verbündet sich mit Kormoran
So ganz allmählich wird das Bild klarer. Erst taucht der Kormoran ab und wird zum Kampftaucher, dann flattert die Haubenlerche auf das Spielfeld und bedroht einen Neubau. Es handelt sich jetzt aber nicht um irgendein Einfamilienhaus oder eine Scheune oder andere derartig simple Bauwerke, nein, die Haubenlerche bedroht einen Universitätsneubau, geplant immerhin von einem Stararchitekten. Gut unterrichtete Kreise sind sicher: Die Vogelwelt plant einen Angriff auf die sogenannte Intelligenz der Republik. Zur Abwehr setzen Verteidigungsexperten ab sofort Kitesurfer ein: Als mobile Vogelscheuchen werden sie für den erbarmungslosen Kampf gegen die gefiederten Feinde gedrillt. Ihre Einsätze proben sie derzeit vermehrt im Gebiet des Wattenmeers.
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Montag, 12. Oktober 2009
'Kampftaucher' wird Vogel des Jahres
Der Wattwurm muss es bereits am 08.10.09 geahnt haben, jetzt ist es offiziell: Schluss mit zartem piep, piep und zirp, zirp. Nach Wiedehopf, Kiebitz und Wendehals ist ein Ruderfüßer zum Vogel des Jahres 2010 ernannt worden. Taräää: Der Kormoran!
Endlich, möchte man meinen, endlich wird Ehre zuteil wem Ehre gebührt. Die Süddeutsche Zeitung hat ihn dann auch flugs zum "schwarzen Kampftaucher" ernannt, ihm allerdings fälschlicherweise das Jahr 2009 zugesprochen. Das wiederum wird dem Eisvogel gar nicht gefallen haben, entsprechende Regressansprüche stehen allerdings noch aus. Zugegeben, der Kormoran ist nicht gerade typisch für das Watt und genau genommen taucht er hier auch nur gelgentlich und vor allem in der Elbe. Aber wir finden, Weltnaturerbe und Vogel des Jahres, das passt. Und wem das nicht passt, der kann es ja mal mit einer Austernsafari in Dänemark versuchen ...
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Endlich, möchte man meinen, endlich wird Ehre zuteil wem Ehre gebührt. Die Süddeutsche Zeitung hat ihn dann auch flugs zum "schwarzen Kampftaucher" ernannt, ihm allerdings fälschlicherweise das Jahr 2009 zugesprochen. Das wiederum wird dem Eisvogel gar nicht gefallen haben, entsprechende Regressansprüche stehen allerdings noch aus. Zugegeben, der Kormoran ist nicht gerade typisch für das Watt und genau genommen taucht er hier auch nur gelgentlich und vor allem in der Elbe. Aber wir finden, Weltnaturerbe und Vogel des Jahres, das passt. Und wem das nicht passt, der kann es ja mal mit einer Austernsafari in Dänemark versuchen ...
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Donnerstag, 8. Oktober 2009
"Gefiederte Freunde des Watts" Heute: Phalacrocorax carbo, der Kormoran
Foto: Monika Albert, Pixelio
"So, liebe NABU+BUND Leute. Ein über Jahre gepflegter Fischbestand, mit wilden Äschen und Bachforellen wurde in einem Winter von der schwarzen Pest weggefegt. Bis jetzt war ich noch sehr freundlich den Kormoranen gegenüber, doch in diesem Winter wird die Abschußgenehmigung beantragt und 2 Jäger stehen schon Gewehr bei Fuß. Es kann nicht sein, daß eine "überschützte", nicht heimische Tierart eine über Jahrtausende gewachsene Spezies ausrottet! Habe jetzt genug!"
Und damit leiten wir weiter an Herrn Polt. Gerhard, bitte ...
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