Wer wissen möchte, wie der 'Herr der Ringe' sich 10 000 Quadratkilometer Wattenmeer zu eigen macht und wie Harry Potter einem Kurgast eine schwarz weiße Kuh samt Kutter verkauft, der möge sich hier mit dem Tourismusexperten Professor Enno Schmoll auseinandersetzen. Bernsen fand vor allem den Gedanken der verkäuflichen Sehnsucht interssant, so interessant, dass er kurz darauf auf dem Deich eine einfache Hütte mit Blick auf das Watt errichtete, um von hier aus die Sehnsucht der Menschen zu verkaufen: Sehnsucht nach Zeit. Bernsen glaubt immer noch daran.
Watt'n Traum
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Dienstag, 1. Dezember 2009
Donnerstag, 19. November 2009
Von Keksen und Seelenverkäufern
Wenn es sich nicht um einen Keks handeln würde, könnte man glatt rufen: Da haben wir den Salat! Aber der Bernsen hat sich mal wieder dermaßen aufgeregt ...
Hör zu: Bernsen fand zwar die Musik von dem Schlick beruhigend, aber das mit dem Spekulatius hat ihm im Nachhinein gar nicht gefallen. Warum ich ihm ausgerechnet einen Spekulatius zum Tee gegeben hätte und nicht einfach einen stink normalen Butterkeks oder einen Schokoriegel oder einen Schiffszwieback, der hätte es auch getan. Aber ausgerechnet Spekulatius! Der Bernsen wollte gar nicht mehr aufhören zu lamentieren, so hat er sich aufgeregt, sozusagen diametral entgegengesetzt zu der Beruhigung vom Vortag. Wenn dich aber ein Mensch so voll lamentiert, sozusagen bis ins höchste Lamento aufsteigt und dich dabei so vorwurfsvoll ansieht wie der Bernsen jetzt und du schließlich erschöpft die Hände hebst und schuldbewusst was von Gedankenlosigkeit murmelst, dann macht so ein Gemurmel die Menschen nur noch rasender. Aber Beruhigungsregel 856d besagt: vor Wut rasende Menschen rasen lassen, irgendwann ist die Batterie leer, und dann kannst du das Problem in Ruhe klären. Bernsen war jetzt allerdings gerade wie frisch von der Steckdose: Haare quer ab und mit einer Gesichtsfarbe wie ein Leuchtfeuer hat er jetzt nicht mehr lamentiert, sondern geschrien. "Verräter!" Und dass ich schuld sei, wenn er auswandern müsste. Der vermaledeite Keks würde garantiert seinen Ruf ruinieren. "Vom scheinbar unschuldigen Spekulatius ist es doch nur ein Gedankensprung zum Seelenverkäufer", hat er geschrien. "Von wegen unschuldiger Spekulatius. Spekulatius, spekulieren, Spekulant und dann noch eine Synapse weiter und zack, landet man beim Spekulanten und dann beim Broker und Banker, und dann hat man die Weltwirtschaft in die Krise getrieben und schon bleibt einem der verfluchte Keks im Hals stecken, Schlick hin, Schlick her." Bernsen hat schon die Schlagzeile vor sich gesehen: "Friese stürzt Welt mit Spekulatius ins Elend!"
Dann ist er raus. Der Bernsen ist schon ein richtiger Sturkopf. Wenn sich bei dem mal ein Gedanke festgesetzt hat ...
Zwei Stunden später war er wieder da. Haare angelegt, Gesichtsfarbe normal. Und damit das nicht ausufert und Bernsen und der Spekulatius nicht weiter verunglimpft werden, hat er darauf bestanden, an dieser Stelle ein Rezept zu veröffentlichen. Quasi Wiedergutmachung. Geht klar. Hier ein Rezept aus dem Band: "Wir kochen gut", Leipzig: Verlag für die Frau, 1963, S. 240
Watt'n Schmaus
Hör zu: Bernsen fand zwar die Musik von dem Schlick beruhigend, aber das mit dem Spekulatius hat ihm im Nachhinein gar nicht gefallen. Warum ich ihm ausgerechnet einen Spekulatius zum Tee gegeben hätte und nicht einfach einen stink normalen Butterkeks oder einen Schokoriegel oder einen Schiffszwieback, der hätte es auch getan. Aber ausgerechnet Spekulatius! Der Bernsen wollte gar nicht mehr aufhören zu lamentieren, so hat er sich aufgeregt, sozusagen diametral entgegengesetzt zu der Beruhigung vom Vortag. Wenn dich aber ein Mensch so voll lamentiert, sozusagen bis ins höchste Lamento aufsteigt und dich dabei so vorwurfsvoll ansieht wie der Bernsen jetzt und du schließlich erschöpft die Hände hebst und schuldbewusst was von Gedankenlosigkeit murmelst, dann macht so ein Gemurmel die Menschen nur noch rasender. Aber Beruhigungsregel 856d besagt: vor Wut rasende Menschen rasen lassen, irgendwann ist die Batterie leer, und dann kannst du das Problem in Ruhe klären. Bernsen war jetzt allerdings gerade wie frisch von der Steckdose: Haare quer ab und mit einer Gesichtsfarbe wie ein Leuchtfeuer hat er jetzt nicht mehr lamentiert, sondern geschrien. "Verräter!" Und dass ich schuld sei, wenn er auswandern müsste. Der vermaledeite Keks würde garantiert seinen Ruf ruinieren. "Vom scheinbar unschuldigen Spekulatius ist es doch nur ein Gedankensprung zum Seelenverkäufer", hat er geschrien. "Von wegen unschuldiger Spekulatius. Spekulatius, spekulieren, Spekulant und dann noch eine Synapse weiter und zack, landet man beim Spekulanten und dann beim Broker und Banker, und dann hat man die Weltwirtschaft in die Krise getrieben und schon bleibt einem der verfluchte Keks im Hals stecken, Schlick hin, Schlick her." Bernsen hat schon die Schlagzeile vor sich gesehen: "Friese stürzt Welt mit Spekulatius ins Elend!"
Dann ist er raus. Der Bernsen ist schon ein richtiger Sturkopf. Wenn sich bei dem mal ein Gedanke festgesetzt hat ...
Zwei Stunden später war er wieder da. Haare angelegt, Gesichtsfarbe normal. Und damit das nicht ausufert und Bernsen und der Spekulatius nicht weiter verunglimpft werden, hat er darauf bestanden, an dieser Stelle ein Rezept zu veröffentlichen. Quasi Wiedergutmachung. Geht klar. Hier ein Rezept aus dem Band: "Wir kochen gut", Leipzig: Verlag für die Frau, 1963, S. 240
Spekulatius - 150 g Margarine, 100 g Zucker, 1 großes oder 2 kleine Eier, je 1 Prise Salz, Kardamom, Ingwer und Muskatblüte, ½ Teelöffel Zimt, 65 g geriebene süße und 3 bittere Mandeln, 250 g Mehl, 1 Prise Backpulver. Die Margarine schaumig rühren und mit allen übrigen Zutaten zu einem Teig verarbeiten.Fehlen noch die Ausstechformen und die Backzeit und Backtemperatur. Aber was wäre das Leben ohne Experimente.
Watt'n Schmaus
Montag, 19. Oktober 2009
Schweinegrippe an Bord
Manche mögen bei dieser Schlagzeile rufen: Alle in die Boote, rette sich wer kann! Bernsen aber lächelte wie befreit. Endlich, endlich konnte er es wieder zu Gehör bringen, das alte Seemannslied singen von Madagaskar, von verfaultem Wasser und der Pest. Er atmete tief ein, breitete die Arme aus ...
Wir blenden uns an dieser Stelle diskret aber rechtzeitig aus und lassen Bernsen selig singen. Den 200 Hattinger Konfirmanden dagegen wünschen wir gute Besserung. Möge ihnen in den nächsten Tagen so manches mal das bekannte Seemannlied in den Ohren klingen. Auf das es niemals in Vergessenheit geraten wird.
Watt'n Lied
Und zum Abschluss die Preisfrage: Wie hieß der Steuermann des besungenen Seelenverkäufers?
Der gerechte Lohn für die richtige Antwort?
Eine Packung Schiffszwieback.
... und dann gibt es noch:
Neues aus dem Schlick
Oder auch "Leben wie die Promis".
Führe auch Du ein faltenfreies Leben. Gurkenmasken und Quarkpackungen sind out, natürliche Schönheit braucht Meer. Der Tagestrendtipp heute: Mach einfach Urlaub im Watt und tauche täglich ein in die Welt des Schlicks. Du wirst sehen: Falten waren gestern. Wattwürmer wissen was gut ist.
Watt'n Text
Wir blenden uns an dieser Stelle diskret aber rechtzeitig aus und lassen Bernsen selig singen. Den 200 Hattinger Konfirmanden dagegen wünschen wir gute Besserung. Möge ihnen in den nächsten Tagen so manches mal das bekannte Seemannlied in den Ohren klingen. Auf das es niemals in Vergessenheit geraten wird.
Watt'n Lied
Und zum Abschluss die Preisfrage: Wie hieß der Steuermann des besungenen Seelenverkäufers?
Der gerechte Lohn für die richtige Antwort?
Eine Packung Schiffszwieback.
... und dann gibt es noch:
Neues aus dem Schlick
Oder auch "Leben wie die Promis".
Führe auch Du ein faltenfreies Leben. Gurkenmasken und Quarkpackungen sind out, natürliche Schönheit braucht Meer. Der Tagestrendtipp heute: Mach einfach Urlaub im Watt und tauche täglich ein in die Welt des Schlicks. Du wirst sehen: Falten waren gestern. Wattwürmer wissen was gut ist.
Watt'n Text
Donnerstag, 15. Oktober 2009
Hoch mobil und schwer zu beeinflussen
Kitesurfer, der. Gelegentlich schon gesichtet: Kitesurferin, die.
In Anlehnung an unsere beliebte Rubrik "Gefiederte Freunde des Watts" hier auch als "Fliegender Freund des Watts" bezeichnet. Denn: Der Kitesurfer ist zwar nicht gefiedert, fliegt aber ebenso gerne wie der Kormoran oder die Seeschwalbe, taucht dagegen nur ungern. Ein eklatanter Unterschied vor allem zum Kormoran. Und nicht selten geht die Sache dann ja auch schief und dann kommt da so etwas bei raus:
Erschöpfter Kite-Surfer aus Seenot gerettet
"Hörnum/Sylt (dpa/lno) - Ein 17 Jahre alter Kite-Surfer ist vor dem Strand von Hörnum auf der Nordseeinsel Sylt aus Seenot gerettet worden. Strandgänger hatten am Montag beobachtet, wie der junge Mann rund 150 Meter vom Strand entfernt immer wieder ins Wasser stürzte, teilte die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) am Dienstag mit. Die Seenotretter brachten den erschöpften Kite-Surfer mit seinem Kite-Drachen an Land. Von dort aus wurde er in ein Krankenhaus gebracht. «Der junge Mann war kaum noch ansprechbar», sagten Klaus Persson und Andreas Jansen von der DGzRS-Station Hörnum." So weit "Welt online".
Es gibt aber noch weitere Aspekte, die unseren Kitesurfer betreffen. Theodor Schröder, Justitiar der Nationalparkverwaltung kennt die Spezies der Kitesurfer und bezeichnet sie in einem Artikel des "Weser Kurier" "als nicht organisiert, hoch mobil und damit schwer zu beeinflussen". Das erinnert natürlich fatal an den Kormoran oder andere terroristisch anmutende Subjekte. Und Schröder weiter: „Das hat dazu geführt, dass die sich bis in die schönsten Nationalparkecken bewegen und dort stören (...)."
Da das aber niemand wollen kann, ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis die Jäger vom Kormoran auf den Kitesurfer umschwenken.
Übrigens: ein ähnliches Verhalten wie bei dem jungen Mann vor Hörnum soll in den letzten Tagen verstärkt an der gesamten Nordseeküste beobachtet worden sein. Dabei soll es sich nach unbestätigten Meldungen keineswegs um SPD Mitglieder handeln, wie man ja vermuten könnte, sondern ausschließlich um Anhänger der GAL Hamburg. Just von Ole v. Beust geadelt als Partei mit der es sich gut regieren lasse, hat die grünen Kitesurfer nach dieser Äußerung spontan und unserer Meinung nach völlig verständlich die Verzweiflung gepackt: Bernsen hat gemeint, als aufrechter Grüner kann man sich da nur noch ins Wasser schmeissen. Gleichwohl mögen sie außerhalb Hamburgs hoffen, nicht derart zu versinken, wie die Parteispitze der Hamburger GAL versinken wird im stinkend, schwarzen-grünen Schlick der mit ihrer Hilfe erneut vertieften Elbe. Der Klabautermann soll sie holen. Bernsen meint, das sei zu hart. Ich habe ihm darauf hin empfohlen, mal die Umweltsenatorin Anja Hajduk (GAL) zu fragen, warum das Hamburger Wattenmeer nicht Teil des Weltnaturerbes ist, wie sie das mit der Elbvertiefung findet und ob sie als Senatorin bequem sitzt. Bernsen hat sich prompt auf den Weg gemacht, auf eine Antwort wartet er noch.
Watt'n Text
In Anlehnung an unsere beliebte Rubrik "Gefiederte Freunde des Watts" hier auch als "Fliegender Freund des Watts" bezeichnet. Denn: Der Kitesurfer ist zwar nicht gefiedert, fliegt aber ebenso gerne wie der Kormoran oder die Seeschwalbe, taucht dagegen nur ungern. Ein eklatanter Unterschied vor allem zum Kormoran. Und nicht selten geht die Sache dann ja auch schief und dann kommt da so etwas bei raus:
Erschöpfter Kite-Surfer aus Seenot gerettet
"Hörnum/Sylt (dpa/lno) - Ein 17 Jahre alter Kite-Surfer ist vor dem Strand von Hörnum auf der Nordseeinsel Sylt aus Seenot gerettet worden. Strandgänger hatten am Montag beobachtet, wie der junge Mann rund 150 Meter vom Strand entfernt immer wieder ins Wasser stürzte, teilte die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) am Dienstag mit. Die Seenotretter brachten den erschöpften Kite-Surfer mit seinem Kite-Drachen an Land. Von dort aus wurde er in ein Krankenhaus gebracht. «Der junge Mann war kaum noch ansprechbar», sagten Klaus Persson und Andreas Jansen von der DGzRS-Station Hörnum." So weit "Welt online".
Es gibt aber noch weitere Aspekte, die unseren Kitesurfer betreffen. Theodor Schröder, Justitiar der Nationalparkverwaltung kennt die Spezies der Kitesurfer und bezeichnet sie in einem Artikel des "Weser Kurier" "als nicht organisiert, hoch mobil und damit schwer zu beeinflussen". Das erinnert natürlich fatal an den Kormoran oder andere terroristisch anmutende Subjekte. Und Schröder weiter: „Das hat dazu geführt, dass die sich bis in die schönsten Nationalparkecken bewegen und dort stören (...)."
Da das aber niemand wollen kann, ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis die Jäger vom Kormoran auf den Kitesurfer umschwenken.
Übrigens: ein ähnliches Verhalten wie bei dem jungen Mann vor Hörnum soll in den letzten Tagen verstärkt an der gesamten Nordseeküste beobachtet worden sein. Dabei soll es sich nach unbestätigten Meldungen keineswegs um SPD Mitglieder handeln, wie man ja vermuten könnte, sondern ausschließlich um Anhänger der GAL Hamburg. Just von Ole v. Beust geadelt als Partei mit der es sich gut regieren lasse, hat die grünen Kitesurfer nach dieser Äußerung spontan und unserer Meinung nach völlig verständlich die Verzweiflung gepackt: Bernsen hat gemeint, als aufrechter Grüner kann man sich da nur noch ins Wasser schmeissen. Gleichwohl mögen sie außerhalb Hamburgs hoffen, nicht derart zu versinken, wie die Parteispitze der Hamburger GAL versinken wird im stinkend, schwarzen-grünen Schlick der mit ihrer Hilfe erneut vertieften Elbe. Der Klabautermann soll sie holen. Bernsen meint, das sei zu hart. Ich habe ihm darauf hin empfohlen, mal die Umweltsenatorin Anja Hajduk (GAL) zu fragen, warum das Hamburger Wattenmeer nicht Teil des Weltnaturerbes ist, wie sie das mit der Elbvertiefung findet und ob sie als Senatorin bequem sitzt. Bernsen hat sich prompt auf den Weg gemacht, auf eine Antwort wartet er noch.
Watt'n Text
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